 Papierschiffbauwettbewerb in RostockVorwort der Deutschlehrerin: Es gehört zum Rahmenlehrplan der 8. Klasse, dass man sich mit dem Thema „Zeitung und Textsorten“ beschäftigt. Wir haben den Ausflug der Klasse 8a zum Anlass genommen, das im Unterricht Erarbeitete praktisch anzuwenden beim Schreiben einer Nachricht, einer Reportage, eines Kommentars und eines Interviews zu diesem Ereignis.
OSTSEEZEITUNG VOM 8. 5. 2010
14. Papierschiffbauwettbewerb in Rostock
von unserem Korrespondenten Johannes Meimer
Gestern fuhr die Klasse 8a der Bertha-von-Suttner-Oberschule (Berlin), statt in die Schule zu gehen, mit ihrem Klassenlehrer Herrn Gosse und einer Begleitperson zum 14. Internationalen Papierschiffbauwettbewerb. Dieser fand von 14 bis 17 Uhr in der Eingangshalle der Universität Rostock statt. Dort konnten die 25 Schülerinnen und Schüler beobachten, wie 146 selbstgebastelte Papierschiffe, die höchstens 10 Gramm wiegen durften, mit Bleikugeln beladen wurden und schließlich untergingen. Danach wurde das Gewicht der Kugeln ermittelt, um so das stabilste Schiff zu finden.
Herr Gosse hatte seine Schüler im Physikunterricht auf den Wettbewerb vorbereitet, indem sie physikalische Kräfte und Größen untersuchten. Die fünf von der Klasse 8a eingeschickten Schiffe erreichten die Plätze 75, 100, 101, 115 und 123. Den ersten Platz belegten Kai und Sten Neumann aus Hohen Wangelin.

Titanic in Rostock
von unserem Redaktionsmitglied Finja Pohl
„Und jetzt haben wir hier ein Schiff namens Aysimania!“ Jubel bricht aus auf der Treppe der Rostocker Universität, wo der traditionsreiche Papierschiffbauwettbewerb stattfindet. Die Anfeuerungsrufe gelten Aysima, die dieses Schiff gebaut hat. Die Schüler der Klasse 8a waren mit Abstand die lautesten und motiviertesten. Sie verbrachten einen Tag im Rostock, um ein paar Schiffe schwimmen zu lassen. Natürlich war ihnen von Anfang an klar, dass sie keine Chance hatten. Trotzdem trafen sich die Jugendlichen am Freitagmorgen am Berliner Hauptbahnhof. Von dort fuhren sie mit dem Zug nach Rostock, wo die 14-jährigen zunächst eine Stunde Zeit hatten, die Kleinstadt zu erkunden. Für die Großstadtkinder mal was ganz anderes. Leider hatten sie sich dafür das falsche Wetter ausgesucht: Strömender Regen, dazu eisiger Wind. Dennoch hielten sie sich tapfer, als sie in kleinen Gruppen die Einkaufsstraße hinunterbummelten. Statt hupender Autos war da ein kleiner Rummel, auf dem es Leckereien zu kaufen gab. Statt tausend Geschäften ein C&A, ein Leiser. Aber natürlich gab es für die an Fast-Food gewöhnten Jugendlichen auch ein heiß geliebtes „McDonalds“, bei dem sich der Großteil wiedersah, bevor es zum vereinbarten Treffpunkt ging.
Nächste Haltestelle: Rostocker Universität. Hier sollte der Wettbewerb stattfinden. Müde vom langen Fußweg ließen sich die meisten auf einer Treppe etwas abseits der Veranstaltung nieder, lehnten sich an ihre Taschen, hörten Musik und lasen Zeitschriften. Da trug es auch nicht unbedingt zur guten Laune bei, dass das Papierschiffchenteam beim Aufrufen der teilnehmenden Schulen die „Bertha“ nicht nannte. Sofort brach Protest aus. Sehr lauter Protest. Und als dann das erste Schiff der Klasse 8a aufgerufen wurde, welches allein vom Druck des Wassers zerstört wurde, brachten die Jugendlichen durch Anfeuern und Klatschen ein wenig Stimmung in die öde Gesellschaft.
Insgesamt war der Wettbewerb wohl nicht das Größte an diesem Tag. So hörte man von den Schülern am Ende des Ausflugs: „Die Schiffe? Na ja ... Aber die Zugfahrt war cool!“ Da ist es auch kein Wunder, dass die Mehrheit der Klasse, als es darum ging, ob man im nächsten Jahr wieder teilnehmen wolle, zustimmte.

Die 8a geht niemals unter
Gestern nahm eine ganze Klasse aus Berlin am Papierschiffbauwettbewerb in Rostock teil. Dafür fiel Unterricht aus, die Fahrt hin und zurück dauerte fast sechs Stunden und kostete schließlich auch noch Geld. Da fragt man sich natürlich: War dieser Ausflug lohnenswert?
Die Veranstaltung in der Rostocker Universität an sich war unorganisiert, denn es gab für keinen Sitzplätze und die Zuschauer konnten, wenn sie nicht gerade in der ersten Reihe standen, den Untergang der Schiffchen nur undeutlich auf einer Projektion sehen. Außerdem war es ziemlich langweilig, wie nacheinander jedes der ca. 130 Schiffchen in das kleine Wasserbecken gestellt und zum Versinken gebracht wurde, wobei der Professor ständig wiederholte, dass die Streben sehr wichtig seien, weil sonst das Schiff zusammengedrückt würde.
Trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt, denn, wie der Klassenlehrer Herr Gosse sagte: „Der Tag war super. Klasse 8a war zusammen und wenn nette Leute zusammen sind, ist es immer super.“ Während der langen Zugfahrt konnten die Schüler sich wunderbar unterhalten oder gemeinsam Spiele spielen. Diese Gelegenheiten bieten sich sonst ja nur auf Klassenfahrten oder manchen Wandertagen. Bei der Veranstaltung selbst konnte man auch gut beobachten, wie stark die Klasse zusammenhält. Das wurde daran deutlich, dass wirklich die ganze Gruppe wirklich jedes der fünf Schiffe anfeuerte und sich auch immer über das Ergebnis gefreut hat. Trotz des schlechten Wetters herrschte während der ganzen Exkursion gute Stimmung.
Es ist nur schade für die, die nicht dabei waren!
Marie Schrade, 8a
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